Ulf Stoffels

Ein Artikel von:
Ulf Stoffels
ustoffels@uandi.com

Die wachsende Verbreitung von Smartphones und Tablets bringt täglich mehr Menschen in Deutschland mobil online. Die Möglichkeit, ständig auf Informationen zuzugreifen, wird zum Standard. In Zeiten dieser gesteigerten mobilen Nutzung von Online-Angeboten ist die Nähe zum Kunden nicht mehr nur ein zu definierendes Ziel, sondern durchaus erreichbar.

In unserem Artikel "Onlinenutzung im Wandel" haben wir die daraus resultierende Notwendigkeit des Mobile First-Ansatzes und die Unterschiede hinsichtlich Kosten und technischer Umsetzung beleuchtet.

Dieser Beitrag nimmt das Responsive Design und seine grundlegende Bedeutung unter die Lupe. Wir möchten exemplarisch aufzeigen, dass „Responsive“ nicht nur eine Option, sondern den ersten und wichtigsten Schritt zur Positionierung eines Webauftritts nah am mobilen Besucher darstellt. Mobile Nutzer verwenden dabei nicht nur Smartphones. Auch Surfer, die abends auf dem Sofa mit ihrem Tablet online gehen, fallen in diese Kategorie. Was macht diese User aber so anders?

User Experience und der mobile Kontext

Beide Arten der Anwendung finden in einem „mobilen Kontext“ statt. In diesem sind die Nutzerwege („User Flow“) und das Nutzungserlebnis – die sogenannte „User Experience“ – völlig anders als am PC.

Eine gute Bedienbarkeit („Usability“) von Webseiten auf mobilen Endgeräten wird durch Responsive Design gewährleistet. Das bedeutet unter anderem, dass Bildschirmausschnitte den Displayauflösungen mobiler Endgeräte angepasst, die Anordnung von Seitenelementen wie Menüs sowie die Größe von Buttons und Links für die Bedienung mit dem Finger optimiert sind. Auch die Lesbarkeit von Texten auf kleinen Bildschirmen spielt eine große Rolle.

Die Usability ist allerdings nur einer der wichtigen Faktoren im gesamten Nutzungserlebnis. Zum Verstehen des Benutzers gehört die gesamte Kette seiner Interaktionen mit Online-Diensten auf Smartphones und Tablets. Dies soll hier exemplarisch an der Verwendung von sozialen Netzwerken geschehen.

Die Bedeutung sozialer Netzwerke

Hierfür müssen erst mehrere Erkenntnisse logisch verknüpft und mit Zahlen herausgestellt werden: 46% der mobilen Anwender greifen auf soziale Netzwerke zu. Männer taten dies im Juli 2012 durchschnittlich 6 Stunden und 44 Minuten, Frauen dagegen 9 Stunden und 43 Minuten. Allein in den USA machte im Juli 2012 die mobile Nutzung von Sozialen Netzwerken bereits 39% der Gesamtnutzung aus — sowohl über Apps als auch über den mobilen Webbrowser.

Aufenthalt in sozialen Netzwerken
*in Mrd. Minuten

Zeit in sozialen Netzwerken nach Geschlecht
*in Std:Min / Juli 2012

Zeit in sozialen
Netzwerken in Prozent

Juli 2012

Die Zahlen mobiler Aufrufe von Netzwerken wie Facebook, Twitter, Pinterest und Google+ sind in den letzten Jahren rasant gestiegen*. Die mobile Nutzung ist hier also nachweislich am intensivsten. Für die Betrachtung der mobilen User Experience spielen demnach vor allem die Netzwerke eine entscheidende Rolle.

Woher kommt mein Traffic?

Anwender, die verstärkt über mobile Geräte auf Inhalte zugreifen, tun dies also größtenteils über soziale Netzwerke. Diese bieten vor allem direkte Verknüpfungen zu Informationen, z.B. Links zu Produktseiten von Onlineshops, zu Artikeln in Blogs oder auf Newsseiten und Videos auf YouTube.

Der Klick des mobilen Nutzers auf einen Link bildet die Schnittstelle von einer nativen App wie Facebook zum Webbrowser. Dieser öffnet sich daraufhin und ruft die Seite auf. Nun kommt der veränderte Anwendungskontext und damit die User Experience zum Tragen. Gelangt ein mobiler Besucher nach dem Klick nicht auf eine für ihn optimierte Webseite, wird seine Erwartungshaltung nicht erfüllt.

Der Besucher bekommt zwar die korrekte Adresse samt Informationen angezeigt, eine für den PC erstellte Webseite ist aber nicht Teil des mobilen Kontexts. Dies lässt den Besucher die Seite schnell wieder verlassen, da die Bedienung für ihn mühsam ist. Auch wird er im schlechtesten Fall keine weiteren Verlinkungen zu dieser Seite von seinem Mobilgerät aus aufrufen oder in den sozialen Netzwerken teilen. Mittelfristig erfährt eine nicht optimierte Webseite also keine mobile Verbreitung mehr und wird dementsprechend auch weniger besucht.

Responsive Design bildet auf Grund einer positiven Usability für Mobilnutzer also eine entscheidende Grundlage und trägt der steigenden Anzahl mobiler Anwendung Rechnung und ist konform zur Erwartungshaltung der User. Eine Webseite lässt sich so nahtlos in die User Experience im mobilen Kontext einbetten.

Warum Responsive Webdesign?

Eine mobil-optimierte Webseite sollte der Standard für jede Organisation und jedes Unternehmen sein, da …

  1. eine responsive Webseite der Erwartungshaltung der mobilen Besucher entspricht.

  2. Sie mit einer Webseite im Responsive Design User unabhängig vom Betriebssystem und der Plattform gleichermaßen erreichen. Das Web bleibt der gemeinsame Nenner zwischen allen Mobilnutzern.

  3. eine responsive Webseite den Grundstein für weitere Maßnahmen zur Platzierung Ihrer Webseite bilden kann: Vor allem beim Onlinemarketing in sozialen Netzwerken oder beim Aufbau einer speziellen mobilen App mit weiteren Funktionen.

Fazit: Der Grundstein der Mobile Strategy

Responsive Design ist somit einer der wichtigsten Grundsteine zur Kommunikation Ihrer Angebote und Inhalte im mobilen Zeitalter. Hieraus ergeben sich auch Konsequenzen für ihr Marketing: Soziale Netzwerke sind nicht mehr nur Orte zum Austausch von Nachrichten unter Usern. Sie sind die neuen Werbe- und Informationsflächen des Internet – denn die Chance die Menschen dort zu erreichen, wo sie ihre Freizeit verbringen, ist immens.

Um Ihren Kunden zukünftig angemessen begegnen zu können, sollten Sie und Ihr Unternehmen eine wirksame „Mobile Strategy“ entwickeln und diese kontinuierlich an Veränderungen im Markt anpassen. Wir möchten Sie auf diesem Weg begleiten.


* Nielsen, Social Media Report 2012
http://www.nielsen.com/us/en/reports/2012/state-of-the-media-the-social-media-report-2012.html

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