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Artikel vom 06.01.2020

Agilität – bitte was?

Alexander Schulten
Agile Coach

Wer heute eine innovative Idee hat, kann sich morgen wieder hintenanstellen. Agile Produktentwicklung hilft, sich der Dynamik der Märkte anzupassen.  

Die Halbwertzeit von Innovationen ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gesunken. Das heißt: wer vor ein paar Jahrzehnten eine Innovation auf den Markt brachte, war damit für einige Jahre abgesichert. Wer heute mit einer Innovation an den Markt geht, muss fürchten, dass die Konkurrenz bereits ein besseres Produkt in der Tasche hat.  

Dieser Schnelligkeit können Unternehmen nur begegnen, indem sie maximal dynamisch arbeiten. Eine Möglichkeit, das zu erreichen, ist die agile Produktentwicklung.  

Agile Arbeitsmethoden helfen, im Laufe des Entwicklungsprozesses noch auf Veränderungen am Markt reagieren zu können und das Produkt immer und wieder neu auf die Kund+innen und ihre Bedürfnisse auszurichten.  

Diese Flexibilität bedeutet nicht, dass der Traum vom Büro am Strand plötzlich wahr wird. Im Gegenteil sogar: wer ein Produkt agil entwickelt, hat feste tägliche Treffen und steht im ständigen Austausch mit dem Team über den Projektverlauf.  

Wie läuft agile Produktentwicklung ab?  

Bei der Arbeitsmethode Scrum (eine von vielen agilen Methoden) wird das zu entwickelnde Produkt zum Beispiel in verschiedene Entwicklungsstücke unterteilt. Angenommen, das Produkt ist ein Online-Shop. Dann könnten die Bereiche Warenkorb, Check-In und Produktsuche unterteilt werden (und natürlich noch viele mehr).  

Diese drei Dinge werden dann in Teilaufgaben aufgeteilt, aus denen sich jedes Projektmitglied Sprint für Sprint Aufgaben heraussucht und diese bearbeitet. Unter einem Sprint versteht man einen festgelegten Entwicklungszeitraum. Eine Projektphase kann aus beliebig vielen Sprints bestehen. Der Sinn dahinter ist, dass im Anschluss an einen Sprint, beispielsweise nach einer Woche, das Geschaffte gemeinsam betrachtet und ausgewertet wird. Sobald beispielsweise der Warenkorb fertig entwickelt ist, wird dieser im besten Falle am Nutzer getestet und daraufhin angepasst. Im nächsten Sprint wird dann beispielsweise der Nutzer-Check-In in Teilaufgaben eingeteilt. Und so weiter und so fort.   

Ergibt sich im Projektverlauf, dass eine ganz wichtige Funktion noch gar nicht bedacht wurde, dann wird sie eben in der nächsten Woche besprochen, in viele kleine Aufgabenpunkte unterteilt und entwickelt. Eben diese Anpassungsfähigkeit ist mit Agilität gemeint.  Wie ein Projekt mit der Methode Scrum durchgeführt werden kann, erklären wir in diesem Artikel.  

Nicht ohne mein Team 

Selten arbeiten Teams so eng zusammen wie in der agilen Projektentwicklung. Hierfür ist es sehr wichtig, dass sich die Teilnehmer gut verstehen. Dabei hilft ein gemeinsames Werteverständnis. Die folgenden Werte sind die Grundwerte des agilen Arbeitens:  

  • Mut: Mut Ideen einzubringen, Mut Gedanken zu äußern. 

  • Respekt: Das Team arbeitet auf Augenhöhe miteinander. 

  • Offenheit: Offenheit, Kritik zu äußern, Gefühle auszusprechen und Informationen auszutauschen. 

  • Transparenz: Wer hat wie viel geschafft? Wer arbeitet woran? Was und wie viel nehmen die Teammitglieder sich vor? 

  • Einsatz: Engagement und Selbstverpflichtung für das Projekt, die Werte und die persönlichen Aufgaben. 

Wer sich diese Werte einmal genauer anschaut sieht, dass nicht alle Menschen von Natur aus fürs agile Arbeiten gemacht sind. Deshalb ist es wichtig, dass die Teams klug zusammengesetzt werden und nur Personen daran teilnehmen, die bereit sind, sich auf agile Projektentwicklung einzulassen. 

Was braucht es, um agil zu arbeiten? 

Im besten Falle werden die Teams von einem Agile Coach begleitet. Er sorgt dafür, dass die vereinbarten Treffen eingehalten werden und dass das Team gut zusammenarbeiten kann. Er oder sie ist der neutrale Begleiter der Teamarbeit und des Projektverlaufs.  

Agile Coach? Aber wir haben doch schon Projektmanager 

Der/die Projektmanager+in kann diese Rolle deshalb nicht einnehmen, weil er/sie hierarchisch eine Ebene über dem Projektteam steht und deshalb das Team nicht auf Augenhöhe anleiten kann. Projektmanager+innen sind Organisator+innen, Agile Coaches sind Begleiter. Projektmanager+innen können nur dann das Team coachen, wenn er oder sie ... 

1. Als Agile Coach, Scrum Master o.ä. ausgebildet wurde

2. In dem konkreten Projekt nur diese eine Rolle innehat  

Viele Unternehmen beginnen mit einem Pilotprojekt, um agile Arbeitsmethoden und die dazugehörige Rollenverteilung auszuprobieren. Dies ist zu empfehlen, denn es braucht Zeit, agile Arbeitsmethoden zu erlernen und als Team zu verinnerlichen. Wer seinen Mitarbeiter+innen den Freiraum und die Zeit dafür gibt, hat gute Chancen, der Konkurrenz stets eine Innovation voraus zu sein. 

 

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