Composable Business
So werden Unternehmen zu Entrepreneurs

Worauf kommt es beim Aufbau neuer digitaler Geschäftsmodelle oder digitaler Projekte an? Auf einen klaren Rahmen, eine konkrete Fragestellung und Herausforderung, der man begegnen will und ein agiles Team-Setup sowie die Auswahl der richtigen Technologien. Und besonders wichtig: Einen zeitnahen Start der Arbeit an der Herausforderung, um die wertvolle Zeit zu nutzen. Denn: Antworten findet man nur entlang des Wegs.

All das sind Punkte eines Ansatzes, den wir bei u+i stets in den Mittelpunkt unseres Vorgehens stellen – und den Gartner Consulting unter einem Begriff zusammenfasst: Composable Business. Aber was steckt dahinter?

Makroökonomische Einflüsse wie z.B. politische Krisen, die notwendige Verfolgung unserer Klimaziele sowie eine mögliche Zäsur der Arbeitswelt durch neue Technologien beschäftigen die Gesellschaft und Unternehmen mehr denn je. Wir befinden uns in einer VUCA-Welt (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity), in der wir uns bei der Entwicklung neuer Produkte, Geschäftsmodelle oder Services mit passenden Ansätzen und Strukturen entsprechend bewegen müssen.

Composable Business macht das Handeln von Entrepeneurs für Unternehmen nutzbar

Erfolgreiche Unternehmer+innen oder Entrepreneurs zeichnen sich unter anderem dadurch aus, mit Sensibilität fürs Geschäft und mit kalkuliertem Risiko im Unbekannten wendig und erfolgreich zu agieren. Unter dem Begriff Composable Business Strategien sind konkrete Vorgehensweisen und Best Practices zusammengefasst. Dies ermöglicht es Unternehmen, in unserer VUCA-Welt handlungsfähig und wendig zu bleiben und dabei auf methodisch und wiederholbare Weise wie Entrepreneur+innen zu handeln – mit dem Ziel, nicht nur Proaktivität zurückzugewinnen, sondern auch die eigene Innovationskraft des Unternehmens systematisch zu stärken.

Composable Business: Gekapselt, modular und wendig

Der Composable Business Ansatz setzt darauf, dass Du nicht deine gesamte Organisation mitsamt ihrer Prozesse transformierst, da dies Auswirkungen auf die bestehende Wertschöpfung hat. Stattdessen stellst Du zusätzlich kleine interne Einheiten auf die Beine. Diese untersuchen konkrete Herausforderungen innerhalb klar definierter Zeiträume und Zielen, die sie unternehmerisch lösen sollen. Dazu stellst Du aus jeweils geeigneten Expert+innen-Typen ein autonomes Team zusammen und erzeugst in deinem Unternehmen Rahmenbedingungen für die Entstehung von Neuem.

Was Du dabei nicht tust: Einen eigenen Unternehmensbereich etablieren, der sich mit neuen, alternativen Themen beschäftigt. Denn Deine Absicht sollte sein, thematisch getriebene Einzelteams zu ermöglichen, die jeweils in ihrem Rahmen wendig bleiben. So kannst Du Expertise und Wissen Deines Unternehmens bündeln und die Kosten und Risiken über Zeitrahmen und Teamzusammenstellung kalkulieren.

Eure Erkenntnisse und Ergebnisse kannst Du nach Abschluss in die Struktur deines Unternehmens und in neue Prozesse überführen. Da Du eigene Mitarbeiter+innen eingesetzt hast, gibt es einen erfreulichen Nebeneffekt: Automatisch steigt die Akzeptanz des Neuen, da es bottom-up angegangen wird. Das hilft Dir dabei, wiederholbar Herausforderungen mit dem Composable Business Ansatz anzugehen.

Für jedes Unternehmen relevant: Umsetzen einer D2C-Strategie

Eine konkrete Herausforderung in B2B-Unternehmen ist die Entwicklung und Implementierung von D2C-Geschäftsmodellen. D2C verstehen wir sowohl als “Direct to Consumer” als auch “Direct to Customer”. In Zukunft sollen verbesserte Angebote, Leistungen oder Produkte angeboten werden – mit hohem Nutzen für Endkund+innen.

Warum D2C? Um Owner eigener Daten und Erkenntnisse zu werden

Jeder D2C-Ansatz hat den gleichen Weg und das gleiche Ziel: Unternehmen sehr nah an ihre (End-)Kund+innen heranzuführen und so zukünftige Angebote und Leistungen vom Bedürfnis der Kund+innen – entlang ihrer gesamten Wertschöpfung – zu entwickeln. Dies gelingt heutzutage dann, wenn Unternehmen – inklusive zwei- und dreistufiger Vertriebsmodelle – Owner aller relevanten Daten entlang der Customer Journey sind. Diese Grundlagendaten werden benötigt, um Erkenntnisse zu gewinnen und diese direkt in die Produkt- und Serviceentwicklung einfließen zu lassen. Ein Ergebnis: Trotz kürzerer Produktlebenszyklen bist Du nah an Kund+innen, erfüllst deren Bedürfnisse und entwickelst Produkte und Angebote mit echtem Mehrwert im Markt.

„Jeder D2C-Ansatz hat den gleichen Weg und das gleiche Ziel: Unternehmen so nah an ihre (End-)Kund+innen heranzuführen. Um zukünftige Angebote und Leistungen vom Bedürfnis der Kund+innen ausgehend – entlang ihrer gesamten Wertschöpfung – zu entwickeln.“

Warum jetzt D2C? Um Entscheidungen aus dem Jetzt heraus zu fällen

Einfach gesprochen: Schaff dir dein eigenes Bild – mit eigenen Erkenntnissen und Daten! In einer sich schnell wandelnden Welt brauchst Du ein Instrument, mit dem Du das Jetzt besser verstehen und die mögliche Zukunft besser deuten kannst. Mit Umsetzung einer D2C-Strategie verschaffst Du dir direkten Zutritt zum Verständnisraum der sich rasant verändernden Bedürfnissen von Kund+innen. Auswertungen von Absatzzahlen – auch von Vertriebspartnern – sowie Ergebnisse aus eigener Marktforschung schaffen es leider nur, die Vergangenheit einzuordnen. Es ist schwer möglich, von dort auf die vor Dir liegenden Schritte zu schließen. Ein “direkter Draht” zu deinen Kund+innen erleichtert die Annäherung an das Jetzt und mit D2C gelangst Du an die Daten und Einsichten, die es dafür braucht.

Wie hilft mir Composable Business für D2C?

Als Rahmenwerk mit Best Practices bringt Composable Business Dich nicht nur auf den Weg zur Umsetzung Deiner D2C-Strategie, sondern hilft Dir grundsätzlich dabei, neue Herausforderungen anzugehen – und das schneller, wendiger, erfolgreicher.

Der Kern des Composable Business: Mentales und Operatives Modell für Wendigkeit

Den Kern der Composable Business Strategie bilden zwei einfache Modelle. Sie sind die Grundlage für die Vorbereitung, um Einheiten aufzubauen, die ein neues Geschäftsmodell oder neue Leistungen sowie Produkte entwickeln und vertesten.

Modell 1: Mentales Modell

Die Kerngedanken von Composable Business sind wie folgt: Exploration (“Discovery”), Modularität (“Composability”), Orchestrierung (“Orchestration”) und Souveränität (“Autonomy”) – kurz EMOS. Sie helfen Dir initial dabei, die richtige innere Haltung einzunehmen, um eine erfolgreiche Herangehensweise zur Umsetzung neuer Lösungen auch mental anzustoßen. Ein einfacher Vektor vom Traditionellen Denken hin zum Composable Thinking kann in vier Sätzen Denken geschehen:

“Composable Thinking bringt uns weg…”

  • vom Streben nach großen und komplexen Systemen, hin zum Verständnis und zum Aufbau modularer Systeme.

  • vom Verständnis, dass Veränderung nur zum Mithalten und zur Instandhaltung dient, hin zum Verständnis, dass Veränderung und Anpassung auf Wachstum abzielen.

  • vom Konzipieren auf sehr hohe Langlebigkeit und Unveränderlichkeit, hin zum Verständnis, dass Neukonzeption auf Veränderung abzielt.

  • vom Verständnis von Veränderung als unbekanntes Risiko, hin zum Verständnis, dass Veränderung selbst ein hilfreiches Werkzeug ist.

Modell 2: Operatives Modell

Die zweite Komponente ist das operative Modell des Composable Business: Eine enge Verzahnung von Geschäft(smodell), Organisation und Technologie als modulare, in sich gekapselte Einheit.

Das Geschäft zeichnet den Rahmen, den das Composable Business betrifft; wie zum Beispiel die konkrete Herausforderung zum Aufbau eines neuen direkten Vertriebskanals (D2C). Ohne eine klare Herausforderung oder Zielsetzung, die Du explorativ aufbaust, gibt es kein Composable Business. Daher bildet die Herausforderung (das Geschäft) das Fundament des operativen Modells.

Das Herzstück: Das Fusion Team

Bei der Organisation kommt es auf die richtige Zusammenstellung der Expert+Innen an. Wichtig ist hierbei ein interdisziplinärer Ansatz. Stell Dir und dem/der verantwortlichen Team-Lead die Frage: „Welche Expertise und welche Expert+Innen aus unserem Unternehmen brauchen wir noch, damit wir interdisziplinär die Herausforderung angehen können?“

Das Modell dahinter nennt sich Fusion Teams. Du solltest zunächst ein tief integriertes Team aufbauen, das neue Ansätze, Produkte oder Services bis zur Marktreife bringen kann. Diesen gewährst Du die notwendige Autonomie, um neben dem „Brot-und-Butter“-Geschäft neue Geschäftsmodelle frei zu erarbeiten, umzusetzen und zu testen.

Grundsätzlich geht es darum, schnell ins Machen zu kommen und dabei Kunden-zentriert und Markt-zentriert vorzugehen – und wie ein Startup agil und lean zu agieren. Dafür bieten wir bei u+i interact mit unserem One-Team-Ansatz genau das richtige Modell, um Deine Expert+Innen zu ergänzen.

Du erhältst ein auf Dein Vorhaben abgestimmtes, interdisziplinäres Fusion Team aus Expert+innen, die sich mit digitalen Geschäftsmodellen unterschiedlicher Branchen auskennen. Diese denken und handeln von Grund auf Nutzer-zentriert. Als User Experience Designer+innen und Art Director+innen bringen sie die Sensibilität für die Nutzenden mit und übersetzen Ansätze in greifbare (auch prototypischen) Lösungen. Software Entwickler+innen und Online Marketing-Expertise helfen dabei, digitale Lösungen zu entwickeln und Zielgruppen-fokussiert im Markt zu platzieren. Agile Coaches und weitere Domain-Experts können flexibel das Team erweitern.

So schafft es ein Fusion Team, vom zunächst nur durch die Herausforderung abgesteckten Rahmen, direkt einzusteigen und alle wichtigen Schritte abzubilden: Von der konkreten Problemsuche, der Ideation, der Früh-Validierung und dem Prototyping bis hin zum MVP im Markt handeln sie vollständig autark und eigenorganisiert.

Technologie als Experte Deines Teams

Vorteile und Chancen durch Technologien wie Algorithmik, Monitoring, und Automation stehen nicht mehr nur dem Silicon Valley zur Verfügung, sondern können dank der richtigen Technologien von jedem Unternehmen genutzt werden. Besonders im Bereich cloud-basierter Tools haben sich in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte ergeben, und es ist zu erwarten, dass die Möglichkeiten durch KI weiter zunehmen werden.

Bei der Auswahl von Technologien ist der modulare Ansatz entscheidend. Heutzutage gibt es Softwarelösungen, die spezialisiert und sofort einsatzbereit sind, wie NoCode/LowCode, API-first und Plug-and-Play. Es gibt zahlreiche Tools, die verschiedene Anforderungen abdecken und sich einfach mit anderen Lösungen integrieren lassen. Auf diese Weise können Fusion Teams die ideale Infrastruktur für ihr Unternehmen schaffen. Diese Lösungen gehören zum Composable Web und sind somit ideal für den Composable Business Ansatz.

Stelle dir diese Technologien als zusätzliche Experten für dein Fusion Team vor. Jedes spezialisierte Tool ist über die Jahre hinweg in einem bestimmten Anwendungsbereich gereift. Du kannst diese Expertise jederzeit nutzen, ohne dich mit der Technik auseinandersetzen zu müssen. Sobald der Zweck des Tools erfüllt ist, kannst du es einfach wieder deaktivieren.

 

Mach den Anfang

Es gilt, die Gelegenheit beim Schopfe packen, anzufangen und machen.

Sieh die Herausforderungen im Markt als das, was sie sind: Chancen, um Dein Unternehmen für die Zukunft zu stärken. Richte den Blick nicht primär auf neue Produkte, sondern sehr fokussiert auf Deine Kund+innen und potenzielle Neukund+innen. Zerlege Deine Herausforderungen in so kleine Bestandteile, dass sie modular und unabhängig voneinander angegangen werden können. Bau auf die Expertise Deiner Mitarbeiter+innen und gib Raum für kalkulierte Exploration – abseits und entkoppelt vom Kerngeschäft. Bau für jeden konkreten Zweck ein Fusion Team auf. Starte zum Ausprobieren mit einem Team. Kopple das mit der marktübergreifenden und operativen Expertise für digitale Produkte, Services und Geschäftsmodelle von u+i interact.

So machst Du Dich mit Composable Business auf den Weg, schaffst neue und kundenzentrierte Lösungen, erhältst wichtige Daten und Erkenntnisse – und transformierst Schritt für Schritt Dein Unternehmen.

Dein konzentrierter Einstieg

  • Leg den Schalter im Kopf um: Für Composable Thinking. Etabliere Versuchsräume, arbeite Hypothesen-getrieben und iterativ!

  • Erfinde das Rad nicht neu: Versteh Technologie als weitere Experten für Deine Herausforderungen und zur Unterstützung Deines Teams.

  • Fokussiere Dich radikal auf Kunden/Endkunden/Nutzer+innen und stellt diese in den Mittelpunkt der Exploration. So entwickelst Du Mehrwerte für Deine Kund+innen und lernst von ihnen.

  • Leg los! Jetzt ist die richtige Zeit, zu starten. Die Risiken des Nicht-Handelns und Nicht-Explorierens sind größer als kalkuliert das Neue zu erreichen.

Masterclass auf der Hinterland of Things 2023

Schau Dir gerne auch unsere Masterclass zum Thema an, welche wir im Rahmen der Hinterland of Things Conference 2023 gemeinsam mit Shopify Plus gehostet haben.

Das Slide-Deck zur Masterclass findest Du inkl. der Beispiele ebenfalls in der PDF-Datei:

Hier geht's zum Download
Ein Foto unseres Kollegen Ulf Dresen. u+i interact

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Ulf DresenHead of Strategy + Innovation